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MIETHKE proSA Manuel Du Patient page 4

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D
ser führt hier zu einer Zunahme des Kopfumfangs
unter gleichzeitigem Abbau von Hirngewebe. Ab
einem Alter von ca. 2 Jahren ist durch den har-
ten Schädel eine Vergrößerung des Kopfumfangs
verhindert. Hier führt die Flüssigkeitszunahme zu
einem enormen Druckanstieg, wodurch sich die
Hirnkammern erweitern und das Gehirn kompri-
miert wird. Sowohl beim Säugling als auch beim
Erwachsenen können irreversible Gehirnschäden
auftreten. Je nach Grad der Störung kommt es zu
Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Koordinati-
onsstörung, Schläfrigkeit und schließlich Bewusst-
losigkeit.
DIAGNOSE DER ERKRANKUNG
Dem Arzt stehen heute verschiedene Möglich-
keiten zur Diagnose eines Hydrocephalus zur
Verfügung. Mittels bildgebender Verfahren (z. B.
Computertomographie, Ultraschall oder Magnetre-
sonanztomographie) wird die Größe der Ventrikel
bestimmt.
Computertomographie (CT)
Bei dieser schnellen und schmerzlosen Unter-
suchung werden durch Röntgenstrahlung Abbil-
dungen der verschiedenen Schichten des Kopfes
erzeugt.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Dieses schmerzlose bildgebende Verfahren lie-
fert durch elektromagnetische Wellen sehr feine
Schichtbilder des Kopfes. Es wird auch als Kern-
spinresonanztomographie bezeichnet.
Ultraschall
Nur bei kleinen Kindern kann bei diesem Verfahren
durch die offene Fontanelle das Kopfinnere unter-
sucht werden.
Durch Druckmessungen kann eine Erhöhung des
Hirndrucks festgestellt werden. Kontrastmittelun-
tersuchungen dienen der Untersuchung der Hirn-
wasserzirkulation.
BEHANDLUNGSMETHODEN
Obwohl es immer Bemühungen gab, alternative
Therapiemöglichkeiten zur Ventilimplantation zu
finden, beispielsweise durch die Behandlung mit
Medikamenten oder in jüngster Zeit auch durch
6
minimalinvasive chirurgische Eingriffe, gibt es bis
heute in den meisten Fällen keine Alternative zur
Implantation eines Ableitungssystems, des so ge-
nannten „Shunts".
1 Rechter Herzvorhof
2 Herzkatheter (atrialer Katheter)
3 Ventil
4 Reservoir
5 Hirnkammerkatheter (Ventrikelkatheter)
6 Hirnkammern
7 Bauchhöhlenkatheter (Peritonealkatheter)
8 Bauchhöhle
4
5
6
3
2
1
a)
b)
Abb.3: Ableitung für Hydrocephalus-Patienten
a) ventrikulo-atrial, b) ventrikulo-peritoneal
THERAPIE-KOMPLIKATIONEN
Die Behandlung des Hydrocephalus mit einem
Shuntsystem ist nicht immer komplikationslos. Es
kann wie bei jedem chirurgischen Eingriff zu einer
Infektion kommen. Leider treten auch teilweise
Probleme auf, die direkt oder indirekt mit dem im-
plantierten Ventilsystem in Verbindung stehen kön-
nen. Solche Komplikationen sind Verstopfungen
des Ableitungssystems oder die ungewollt erhöhte
Ableitung des Hirnwassers. Um zu verstehen, wa-
rum sich Ihr Arzt für das proSA entschieden hat, ist
die Physik einer Ableitung im Kapitel "physikalische
Grundlagen" erklärt.
VERHALTEN NACH DER OPERATION
Die Patienten, die mit Ventilsystemen versorgt wer-
den, sind im Normalfall in ihrem täglichen Leben
nicht eingeschränkt. Vor erhöhten Anstrengungen
(körperlich schwere Arbeit, Sport) sollte der behan-
delnde Arzt befragt werden. Treten beim Patienten
starke Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, unnatür-
licher Gang oder Ähnliches auf, sollte unverzüglich
ein Arzt aufgesucht werden.
PHYSIKALISCHE GRUNDLAGEN
Beim gesunden Menschen ist der Hirndruck in der
liegenden Körperposition leicht positiv (über Null-
niveau) und in der stehenden Position Null oder
sogar leicht negativ. In der Abb. 4 wird der Hirn-
druck durch den Wasserspiegel in einem Behälter
4
dargestellt.
3
1 Hirnkammerbehälter
2 Hirnkammer
7
8
0
1
Abb. 4a: Hirnkammerdruck beim gesunden Menschen
in liegender Position
0
1
Abb. 4b: Hirnkammerdruck beim gesunden Menschen
in stehender Position
Besteht ein Hydrocephalus, ist der Hirndruck un-
abhängig von der Körperlage stark erhöht, der
Wasserspiegel ist im Hirnkammerbehälter deutlich
angestiegen. (Abb. 5).
Es ist jetzt dringend erforderlich, den Hirninnen-
druck unabhängig von der Körperhaltung zu sen-
ken und ihn in normalen Grenzen zu halten. Hierzu
wird ein Ableitungssystem mit einem Ventil implan-
tiert,
das
eine
Verbindung
1 Hirnkammerbehälter
2 Erweiterte Hirnkammer
0
1
Abb. 5a: Hirnkammerdruck beim kranken
Menschen in liegender Position
0
1
2
Abb. 5b: Hirnkammerdruck beim kranken
Menschen in stehender Position
Hirnkammern und der Bauchhöhle herstellt. Da
die abzuleitende Hirnwassermenge sehr gering
ist, kann sie problemlos von der Bauchhöhle auf-
genommen werden. Um dieses Ableitungssystem
zu veranschaulichen wird neben dem Hirnkammer-
behälter auch die Bauchhöhle als Wasserbehälter
dargestellt.
Da jetzt beide Behälter miteinander verbunden sind,
spricht man nun von kommunizierenden Gefäßen.
Durch die Verwendung eines konventionellen Ventils
in dem Ableitungssystem, wird eine Normalisierung
des Hirndrucks in der liegenden Körperposition
erreicht, d.h. der Wasserspiegel im Hirnkammerbe-
hälter ist wieder leicht positv (Abb. 6a).
Sobald sich der Patient aufrichtet, entsteht durch
den Höhenunterschied zwischen den Hirnkam-
mern und der Bauchhöhle ein Sogeffekt. Der Öff-
nungsdruck des konventionellen Ventils, der für die
liegende Körperposition ausgelegt ist, wird durch
diesen Sogeffekt um ein Vielfaches übertroffen.
zwischen
den
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